Französische E-Rechnungspflicht: PrestaShop konform machen
Die PDF-Rechnung von PrestaShop ist keine E-Rechnung im Sinne der französischen Reform. Was in der Datenbank fehlt und wie der Weg zur Konformität aussieht.

Warum Ihre heutige PDF-Rechnung nicht genügt
Die französische E-Rechnungsreform beschäftigt derzeit jeden Händler, der nach Frankreich verkauft – und sie beruht auf einem verbreiteten Missverständnis: „Ich stelle doch längst PDF-Rechnungen aus, also bin ich vorbereitet.“ Gemeint ist hier ausdrücklich die französische Pflicht, nicht eine Regelung Ihres eigenen Landes.
Eine elektronische Rechnung im Sinne dieser Reform ist kein PDF. Sie ist ein strukturiertes, maschinenlesbares Dokument, das über eine zugelassene Plattform übermittelt wird. Das in Frankreich am weitesten verbreitete Format, Factur-X, ist ein PDF/A-3 mit einer eingebetteten, normierten XML-Datei. Das PDF bleibt für Menschen lesbar; ausschlaggebend für den Austausch ist das XML.
PrestaShop erzeugt seine Rechnungen jedoch über PDF/HTMLTemplateInvoice.php und damit ein klassisches PDF. Keine Standardversion von PrestaShop erzeugt ab Werk ein Factur-X.
Zwei Regime, die man nicht verwechseln darf
Diese Unterscheidung wird am schlechtesten erklärt und prägt doch das gesamte Projekt.
B2B-Verkäufe fallen unter die elektronische Rechnungsstellung im engeren Sinn: Die Rechnung muss über eine zugelassene Plattform laufen, die sie an den Käufer und an die Verwaltung weiterleitet.
B2C-Verkäufe fallen unter das E-Reporting: Dem Endkunden übermitteln Sie keine strukturierte Rechnung, aber Sie müssen die Transaktionsdaten regelmäßig an die Verwaltung melden.
Die allermeisten PrestaShop-Shops verkaufen im B2C, mit einem mehr oder weniger großen B2B-Anteil. Praktisch heißt das: Die meisten Händler müssen beide Regime bedienen – über unterschiedliche technische Strecken.
Was in Ihrer Datenbank tatsächlich fehlt
Bevor Sie ein Werkzeug auswählen, machen Sie Inventur bei den Daten. Die strukturierte Rechnung verlangt Felder, die PrestaShop nicht immer erhebt.
Identifikation des gewerblichen Käufers. SIREN beziehungsweise SIRET, die französischen Unternehmenskennungen, werden zum Dreh- und Angelpunkt für die Zustellung von B2B-Rechnungen. PrestaShop speichert die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (vat_number an der Adresse und am Kunden), aber keine SIRET. Sie brauchen also ein zusätzliches Feld – und müssen es für gewerbliche Kunden im Bestellprozess verpflichtend machen.
Verlässliche Trennung von B2B und B2C. Viele Shops erkennen einen Gewerbekunden allein daran, dass ein Firmenname eingetragen ist. Das reicht nicht. Es braucht ein eindeutiges Kriterium, üblicherweise eine eigene Kundengruppe.
Steuerdetails je Position. Das XML verlangt Steuersatz und Steuerbetrag pro Zeile sowie gegebenenfalls die Befreiungshinweise. Shops mit innergemeinschaftlicher Umkehr der Steuerschuld oder Lieferungen außerhalb der Union müssen prüfen, ob der jeweils passende Rechtshinweis korrekt mitgeführt wird.
Nummerierung. Die Rechnungsnummernfolge muss lückenlos und fortlaufend sein. Shops, die migriert wurden oder mehrere Rechnungsmodule einsetzen, haben häufig Lücken in der Sequenz, die vor allem anderen zu bereinigen sind.
Die technischen Bruchstellen
Drei Konfigurationen blockieren den Anschluss eines Konnektors regelmäßig:
- Ein Override von
HTMLTemplateInvoice. Sehr häufig, sobald eine Agentur die Rechnung angepasst hat. Der Konnektor findet die erwartete Struktur nicht mehr vor. - Ein Rechnungsmodul eines Drittanbieters, das die native Erzeugung vollständig ersetzt. Dann ist zu klären, ob der Hersteller eine Weiterentwicklung plant – andernfalls muss ein anderes Werkzeug her.
- Der Multishop-Betrieb, wenn mehrere juristische Einheiten auf einer Installation liegen. Jede Einheit muss separat angebunden werden.
Der Fahrplan zur Konformität
- Bestandsdaten prüfen. Wie viele B2B-Bestellungen, wie hoch der Anteil gewerblicher Kunden ohne hinterlegte Steuernummer, welche Lücken in der Rechnungsnummernfolge.
- Die Plattform auswählen. Das ist ebenso eine buchhalterische wie eine technische Entscheidung: Ihr Steuerberater und Ihre Buchhaltungssoftware gehören mit an den Tisch. Der PrestaShop-Konnektor wird danach gewählt, nicht umgekehrt.
- Die Datenerhebung ergänzen. SIRET aufnehmen, die Kundengruppe für Gewerbekunden verlässlich machen, Steuersätze je Position kontrollieren.
- Rechnungs-Overrides bereinigen, die das Einbetten des XML verhindern.
- Mit echten Bestellungen testen: B2B Frankreich, B2C Frankreich, B2B innergemeinschaftlich, Verkauf außerhalb der Union, Gutschrift und Teilerstattung. An den Gutschriften scheitern die meisten Implementierungen.
- Die Archivierung einplanen. Strukturierte Rechnungen müssen über die gesamte gesetzliche Frist aufbewahrt und wieder vorlegbar sein.
Der richtige Zeitplan
Der klassische Fehler besteht darin, das Thema wie ein Modul zu behandeln, das man am Vorabend der Frist installiert. Die Datenkorrekturen dauern deutlich länger als der technische Anschluss: Fehlende SIRET-Nummern in einem bestehenden Kundenstamm nachzutragen bedeutet eine eigene Nachfassaktion.
Beginnen Sie mit dem Datenaudit, auch wenn die Plattform noch nicht feststeht. Diese Arbeit zahlt sich unabhängig von der späteren Lösung aus.
Läuft Ihr Shop noch auf einer älteren Version, ist die Umstellung ein guter Anlass, auch die Versionsfrage anzugehen: siehe unseren Beitrag zum Supportende von PrestaShop 8.
Ihre Rechnungsstrecke prüfen lassen
Wir prüfen Ihre Rechnungsdaten, beheben die blockierenden Punkte und binden den gewählten Konnektor an. Sehen Sie sich dazu unser Angebot zur Onlineshop-Betreuung an.
Dieser Beitrag beschreibt die technischen Auswirkungen der französischen Reform auf einen PrestaShop-Shop. Er ersetzt nicht die Einschätzung Ihres Steuerberaters zu Ihrer steuerlichen Lage.
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