Update Assistant hängt: das PrestaShop-9-Update reparieren
Cache lässt sich nicht leeren, Symfony-Service fehlt, der Prozess bleibt auf halber Strecke stehen: die echten Fehler des Update Assistant und der Weg über die CLI.

Ein abgebrochenes Update hinterlässt einen instabilen Shop
Der Update Assistant von PrestaShop ist ein hervorragendes Werkzeug, solange alles glattläuft. Bricht er mittendrin ab, liegen die Dateien in Version 9 vor, die Datenbank aber noch in Version 8 – das Ergebnis sind Fehler 500 ohne jede brauchbare Meldung. Die erste Regel lautet deshalb schlicht: Kein Update ohne eine wiederherstellbare und getestete Sicherung.
Hier sind die Fehlschläge, die uns im Einsatz am häufigsten begegnen, samt Ursache und Umgehung.
„Can't empty cache directory“
Das ist der häufigste Fehler beim Sprung von 9.0.x auf 9.1.x, besonders unter PHP 8.4.
Das Modul versucht, var/cache/ zu leeren, und stößt dabei auf Dateien, die einem anderen Systembenutzer gehören – typischerweise, weil Befehle per SSH unter einem anderen Konto als dem des Webservers ausgeführt wurden.
Umgehung:
rm -rf var/cache/prod var/cache/dev
chown -R www-data:www-data var/
Passen Sie den Benutzer an Ihr Hosting an. Löschen Sie niemals var/cache selbst, sondern ausschließlich dessen Inhalt.
„has a dependency on a non-existent service mbo.modules.repository“
Dieser Fehler quittiert die Versionsprüfung mit einem HTTP 500. Ursache ist ein inkonsistent gebliebener Dependency-Injection-Container von Symfony: Das Modul MBO (der integrierte Marktplatz) ist deklariert, seine Services werden aber nicht aufgebaut.
Drei Schritte in dieser Reihenfolge:
- Zuallererst das Modul Update Assistant selbst aktualisieren. Eine veraltete Modulversion ist nach wie vor die häufigste Fehlerursache.
- Den Inhalt von
var/cache/löschen und prüfen, ob das Verzeichnisapp/cache/existiert und beschreibbar ist. ps_mboinps_modulevorübergehend deaktivieren und den Vorgang erneut starten.
Der Prozess bricht ohne Meldung ab
Auf Shared Hosting läuft der Update Assistant gegen drei unsichtbare Grenzen: max_execution_time, den Arbeitsspeicher und das Timeout des Webservers selbst. In der Oberfläche dreht sich dann endlos ein Ladesymbol.
Die Lösung ist der Weg über die Kommandozeile, die kein HTTP-Timeout kennt:
php modules/autoupgrade/bin/console update:start --config-file-path=config.json
Prüfen Sie vorher, dass symlink() nicht in der Liste disable_functions Ihrer PHP-Konfiguration steht: Ohne diese Funktion schlägt das Umschalten der Verzeichnisse still fehl. Setzen Sie memory_limit für die Dauer des Vorgangs auf -1.
Die Falle der manuellen Nachbesserung
Bricht das Update auf halber Strecke ab, liegt es nahe, die SQL-Migrationsdateien „von Hand“ nachzuspielen. Das ist eine Falle.
Diese Dateien enthalten PHP-Anweisungen, die in SQL-Kommentaren stecken, in der Form /* PHP:add_column(...) */. In phpMyAdmin ausgeführt, werden diese Kommentare schlicht ignoriert: Die Datenbankstruktur wirkt migriert, obwohl Spalten und Daten fehlen. Die Symptome zeigen sich Wochen später, an einer selten genutzten Funktion.
Scheitert die Migration, spielen Sie die Sicherung zurück und beginnen sauber von vorn. Reparieren Sie niemals eine halb angewendete Migration.
Die Vorbereitung, die 80 % der Fehlschläge verhindert
Bevor Sie irgendetwas starten:
- Dateien und Datenbank sichern und die Wiederherstellung in einer separaten Umgebung testen.
- Alle Module deaktivieren, die nicht zum Standard gehören. Ein Modul, das während der Update-Phase abstürzt, stoppt den gesamten Prozess. Anschließend reaktivieren Sie sie einzeln.
- Für die Dauer des Vorgangs auf das Theme Classic wechseln, vor allem wenn Ihr Theme Templates des Core überschreibt.
- Die PHP-Version prüfen. PrestaShop 9 setzt mindestens PHP 8.1 voraus und unterstützt bis 8.4. Ein Update auf PHP 7.4 schlägt zwangsläufig fehl.
- Den Speicherplatz prüfen. Der Prozess dupliziert die gesamte Website: Sie brauchen mindestens die doppelte aktuelle Größe.
- Inkompatible Module auflisten. PrestaShop 9 hat Guzzle, League Tactician und Swift Mailer entfernt. Jedes Modul, das darauf aufbaut, erzeugt nach der Umstellung einen Fatal Error.
Nach dem Update: die Abnahme, auf die es ankommt
Ein „erfolgreiches“ Update ist erst dann abgenommen, wenn diese Punkte geprüft sind:
- Eine Bestellung von Anfang bis Ende durchspielen, echte Zahlung inklusive.
- Den Eingang der Transaktions-E-Mails prüfen; beim Wechsel auf Version 9 gehen sie wegen der geänderten Versandbibliothek oft kaputt.
- Versanddienstleister und Paketshop-Widgets im Bestellprozess kontrollieren.
- Thumbnails neu generieren und die Darstellung der Produktbilder prüfen.
var/logs/durchsehen: Die Deprecation-Warnungen von heute sind die Ausfälle der nächsten Version.
Wenn Ihnen der Umstieg auf Version 9 Sorgen bereitet, hilft Ihnen unser Beitrag zum Supportende von PrestaShop 8 bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts; unsere Seite PrestaShop-Migration beschreibt unser Vorgehen im Detail.
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